VERIGUHTVRÄNDS
Verifiktion = Theater?
Unsere diegese ein discours?
Was wenn Verifiktion postdramatisches Theater wäre? Aber wir wollen doch auf ein erzähltes Geschehen hin durchsichtig werden, nicht wahr? Außerdem ist dieses Geschehen und seine Sprache hoch dramatisch. Aber was, wenn wir nun nur Hyperdramatik wären - also eine Behauptung von Dramatik? Dabei möchte ich aber zugleich anbringen, dass wir ja immer falsch liegen, außer im Fluxus. "Im Drama haben alle Unrecht, sonst wäre es kein Drama", pflichtet uns Dorte Lena Eilers bei. Verifiktion als dritter Ort, FLuxus unser Stammgast. Jetzt aber mal ernsthaft, was, wenn Verifiktion weder das eine noch das andere wäre? Wir wollen empfehlen Christian Rakows Beitrag zu lesen. Der ist um einiges klüger.
Dabei ist natürlich. zu sagen, dass die Verifiktion nicht auf "thematische Anschlüsse zwischen Satz und Satz verzichtet", und wir unsere "Kontexte verstehbar machen", indem wir sie verlinken, wir wollen kein Ätsch-Bätsch-Pin-Pon, auch wenn wir "den spontanen Einfall feiern", ist der Fluxus doch aller und allem ihre und seine Kontinuität. Dabei ist "Zielspannung, mystery oder suspense systematisch ausgeschlossen", also doch. "Rauschen, Sound, genauer: bedeutsam raunender Sound" würde ich der VErifiktion durchaus attestieren, wenn auch weniger einem "tiefen Ton der aufploppenden Hochkultur-Zeichen" verschuldet. Aber lesen Sie doch selbst.
Beth yw’r ots gennyf i am Gymru? Damwain a hap
Yw fy mod yn ei libart yn byw. Nid yw hon ar fap
Yn ddim byd ond cilcyn o ddaear mewn cilfach gefn,
Ac yn dipyn o boendod i’r rhai sy’n credu mewn trefn.
DEUTSCH-WALISISCHE FREUNDSCHAFT
wenn sie dieser Freundschaft wirklich nachgehen wird in ihnen wirklich was vorgehen schwindel schlingen und schulen
schultern sie die vergangenheit, schulen kommt von schalen
schalen fangen gefallenes
schale wärmen bekaltendes
und schale schulen schultern schlingenden schwindel
hallelulja
Ein Text lebt aus dem Widerspruch von Intention und Material, Autor und Wirklichkeit;
jedem Autor passieren Texte, gegen die sich „die Feder sträubt“; wer ihr nachgibt, um der
Kollision mit dem Publikum auszuweichen, ist, wie schon Friedrich Schlegel bemerkt hat, ein „Hundsfott“, opfert dem Erfolg die Wirkung, verurteilt seinen Text zum Tod durch Beifall.
Heiner Müller. Ein Brief. In: Heiner Müller Material. Texte und Kommentare. Hg. von Frank Hörnigk. Leipzig 1990, S. 37-39, hier: S. 38-39
Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften
(Das Faksimile zeigt „Schmierblatt“ aus dem Nachlass zum zweiten Band des „Mann ohne Eigenschaften“, entstanden im April 1931
Foto: STANDRAD/Österreichische Nationalbibliothek).
Unser freundschaftlicher Dank gilt unserem Deutsch-Walisischen Freund MONDFALKE.
All Ready? Gone!
Die Avantgarde will immer erster sein (Prinzip Hase), hat aber vergessen, dass die Raben klüger sind als die Igel. Daher waren alle schon mal da, wo wir jetzt erst sind. Aber sowas weiß man eh immer erst hinterher. Wie eben der Hase, der dem Igel vorausläuft und doch nur hinterher. Trotzdem braucht es den Hasen ebenso wie den Igel. Denn sonst hätten wir ebensowenig zu erzählen wie der Rabe. Der freilich ist weiser Wegweiser. Auch für die Avantgarden. Hase, Igel, Rabe. Schöner wäre Hase, Igel, Hai. Zum Hai wäre noch mehr zu sagen, irgendwo findet sich das auch. Aber dorthin führt der Rabe Sie erstmal nicht.
Beuys Cymreig
Buoys who are Boyz who are Boyce who are Beuys who are Boys who like Wales who like Beuys who like Buoys who like Boyce.